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Vergleichende Untersuchung des sommerlichen Raumklimas bei Massivbauten und Holzbauten

Sommerlicher Wärmeschutz ist ein wichtiger Aspekt wohngesunden und energiesparenden Bauens. Jetzt untersuchte das Büro ALware in Braunschweig den sommerlichen Wärmeschutz unterschiedlicher Bauweisen. Diese Untersuchung ergänzt das, bei Prof. Graubner, TU Darmstadt, laufende Forschungsvorhaben "Vergleich unterschiedlicher Bauweisen hinsichtlich der Investitionskosten, Unterhalt- und Betriebskosten und ökologischer Einstufung".

DIN 4108-2 verlangt, dass in einem Wohngebäude definierte Temperaturgrenzwerte nur in 10 % der sommerlichen Nutzungszeit überschritten werden dürfen. Durch thermische Simulation sollte das Büro Alware untersuchen, ob sich bei hoch gedämmten, mit Verschattungseinrichtungen versehenden Häusern, die Bauweise auf den sommerlichen Wärmeschutz auswirkt.

Randbedingungen
Grundlage der Simulation war ein alternativ in Massivbauweise und in Holzständerbauweise errichtetes, unterkellertes Einfamilienhaus. Es hat ein nach Süden orientiertes Pultdach. 35,8 % der Fensterflächen sind nach Süden, 13,9 % nach Westen, 18,4 % nach Osten und 23,0 % nach Norden gerichtet. Seine Wohnfläche beträgt 138,8 m², seine Nutzfläche einschließlich Keller 209,7 m². Die U-Werte des Daches, der Fenster und des Kellers sind identisch. Bei den Außenwänden wichen die Dämmwerte durch die unterschiedliche Konstruktion leicht ab (U = 0,22 W/m²K bei der Massivbauweise und U = 0,20 W/m²K bei der Holzbauweise). Die U-Werte der Innenwände und der Decke über dem Erdgeschoss waren beim Holzhaus erheblich niedriger als beim Massivhaus. Zusammen mit den Außenwänden hatte das Holzständehaus damit deutlich geringere Wärmespeichermassen.

Für die internen Wärmequellen sowie für die Belüftung wurden einheitliche Randbedingungen festgelegt. Alle Fenster auf der Süd-, Ost- und Westseite erhielten Verschattungseinrichtungen mit einem Verschattungsfaktor bis zu 50 %, die abhängig von der Einstrahlung in der Fensterebene aktiviert wurden. Wegen der nahezu identischen U-Werte haben beide Häuser fast den gleichen Heizwärmebedarf (Massivhaus 44,3 kWh/m²a, Holzhaus 43,0 kWh/m²a).

Verglichen wurden die Temperaturen innerhalb des Hauses bei üblichen, sommerlichen Temperaturgängen des Klimastandortes Frankfurt.

Ergebnis der Simulation
Das Massivhaus zeigte deutlich niedrigere Überhitzungshäufigkeiten als das Holzhaus. Im Jahresmittel beim Massivhaus bei 3,4 % mit einer Maximaltemperatur der Innenräume von 28,9° C, beim Holzhaus liegen sie bei 13,1% bei einer Maximaltemperatur der Innenräume von 32,8° C. Die Raumtemperatur schwankt im Massivhaus deutlich weniger als im Holzhaus. Die Tage mit Überhitzungsgefahr beschränken sich beim Massivhaus weitgehend auf die Monate Juli und August, beim Holzhaus ist besteht sie für den Zeitraum von April bis Oktober.

Schlussfolgerungen
Sommerlicher Wärmeschutz ist entsprechend der Wärmeschutzverordnung und DIN 4108-2 eine geschuldete Eigenschaft, also auch ohne besondere vertragliche Vereinbarung zu gewährleisten. Die thermische Simulation des Pultdachhauses zeigte, dass das überprüfte Holzhaus dieses nicht einhielt. Dieses der praktischen Erfahrung entsprechende Ergebnis lässt sich tendenziell sicherlich auf andere Hausgeometrien übertragen. Bauherrn sollten sich mit dem Nachweis des Primärenergiebedarfes nach Energieeinsparverordnung immer den Nachweis des sommerlichen Wärmeschutzes vorlegen lassen und auf seiner Einhaltung bestehen.

 

 

 

 

 

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